Wels

Der Wels (Siluris grandis) ist durch Besatzmaßnahmen in Mittel- und Osteruropa, Südengland, in der Türkei, rund ums Asowsche Meer, Schwarzes Meer und das Kaspische Meer weit verbreitet. Sein Lebensraum sind die wärmeren Seen, größeren Flüsse und Altarme, wo er sich tagsüber über dem weichen Bodengrund aufhält und erst nachts aktiv wird um kleinere am Boden lebende Wirbellose, Fische, Frösche, Wasservögel und sogar Kleinsäuger zu erbeuten. Sein Schwesterart, der Aristoteleswels (Silurus aristotelis) kommt dagegen nur in einem eng begrenzten Gebiet in Südwestgriechenland in den Zuflüssen zum Ionischen Meer vor.

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By Dieter Florian (To contact the author, ask the uploader or take a look at tauchshop-florian.de.) (Bildspende von Dieter Florian) [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Der Wels oder Waller, wie er auch genannt wird, ist ausgewachsen zwischen 1 und 2m groß. Kapitale Exemplare können bis zu 3m Länge und ein Maximalgewicht von 150 kg erreichen. Angeblich soll es wahre Methusalems von Welsen mit 5m Länge und 300kg Gewicht gegeben haben. Solchen Riesenmonstern wurden dann angedichtet, dass sie sogar im See schwimmende Kinder mit in die Tiefe gerissen haben. Auch wenn dies sicher ins Reich der Fabel gehört, nachgewiesen ist, dass sich der Wels sogar an größeren Wasservögeln heranmacht. Jedenfalls ist er einer der größten Süßwasserfische Europas, er wird dabei lediglich von den Stören an Größe übertroffen.

 

Körperbau des Welses

Der Wels hat einen lang gestreckten Körper, der völlig schuppenlos ist und stattdessen von einer Schleim absondernden Haut überzogen ist. Charakteristisch für den Wels ist außerdem die große, endständige Maulspalte mit zwei sehr langen Bartfäden, die am Oberkiefer ansetzen, und 4 kürzeren Barteln auf der Kopfunterseite. Obwohl er ein Raubfisch ist, hat er nur erstaunlich kleine Zähne. Die Seitenlinie ist vollständig ausgebildet und deutlich sichtbar. Der Rücken ist schwarz-bläulich, dunkelgrün oder auch bräunlich gefärbt, die Flanken sind heller mit einer dunklen anthrazit bis umbra farbenen Marmorierung, die Bauchseite grau-weiß mit einem blassrosa Schimmer. Die Rückenflosse ist klein und sitzt ungefähr am Ende des ersten Drittels der Rückenlänge. Die Brustflossen sind dagegen groß und reichen bis zum Ansatz der Bauchflossen. Die Afterflosse läuft am stark verlängerten Schwanzsteil entlang, bis fast zum Ansatz, der im Gegensatz dazu recht kleinen Schwanzflosse. Die Auge sind klein, die Nasenöffnungen dagegen groß, was auf einen gut entwickelten Geruchssinn schließen lässt, typisch für einen Bodenfisch, der im Dunkeln auf Beutezug geht.

 

Fortpflanzung des Wels

Die Geschlechter des Welses sind nur schwer zu unterscheiden; die Männchen werden etwas größer, die Weibchen sind dagegen besonders zur Laichzeit etwas korpulenter. Die Fortpflanzungszeit des Welses liegt zwischen Mai und Juli. Zunächst legt das Wels-Weibchen im flachen Wasser ein recht grob strukturiertes Nest aus Wurzeln und Wasserpflanzen an. Sobald das Weibchen abgelaicht hat, übernimmt das Männchen das Nest und bewacht das Gelege und die nach 3 bis 7 Tagen ausschlüpfende Fischbrut. Diese Welslarven sind ca. 7mm lang und haben eine Kaulquappen ähnliche Gestalt. Es vergehen einige Tage, bis sie ihren Dottersack aufgezehrt haben. Dann verlassen sie die Nestmulde und gehen aktiv auf Futtersuche. Zunächst ernähren sie sich von Zooplankton, später von am und im Gewässeruntergrund lebenden Kleintieren, dann kommen schließlich auch kleinere Fische auf den Speiseplan der heranwachsenden Jungwelse.

Der Wels ist ein nachtaktiver Bodenfisch, der sich tagsüber in seinen Schlupfwinkel zurückzieht. In den Wintermonaten zieht er sich in tiefe Gewässerzonen zurück und stellt seine Nahrungsaufnahme fast völlig ein.

Informationen über das Angeln von Waller findet ihr auf www.waller-fangen.de