Seeforelle

Man geht heute davon aus, dass die Seeforelle keine eigenständige Unterart der Bachforelle ist, sondern lediglich eine Standortvarietät. Sie besiedelt die großen, tiefen und sauerstoffreichen Seen Nordeuropas und der Alpenregion. Zum Ablaichen steigt die Seeforelle in der Regel aber in die Zuflüsse auf, nur selten wird im See selbst abgelaicht. Am Bodensee war dies lange Jahre eine der Hauptursachen für den Rückgang der Seeforelle, da der Aufstieg in die Zuflüsse teilweise durch Wehre versperrt waren. Außerdem war die Stromsohle mancher Zuflüsse so stark verdichtet und das Kiesbett so stark mit Schwebstoffe zugesetzt, das die Seeforellen hier keine Laichgruben mehr anlegen konnten. Nachdem die Hindernisse beseitigt wurden und diese Gewässer wieder durchlässig sind, Schon- und Besatzmaßnahmen ausgeweitet wurden, beginnen sich die Bestände der Seeforelle wieder zu erholen. Im Bodensee reicht die Schonzeit für die Seeforelle von 1.11. bis 10.01.

seeforelle

By Allie_Caulfield [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

 

Verbreitung der Seeforelle

In Schottland soll die Seeforelle sogar aus den Flüssen ins Meer abwandern, da die küstennahen Nahrungsgründe dort besonders reichhaltig sind. Allerdings wird dort auch nur zwischen Seeforelle und Bachforelle (Brown Trout genannt) unterschieden, während die Meerforelle, die ja ebenfalls zum Formenkreis der Bachforelle gehört, in den schottischen Gewässern fehlen soll. Je nach Heimatgewässer kann die Färbung der Seeforelle sehr unterschiedlich ausfallen. Meist hat sie auf der gesamten Körperfläche relativ wenige, aber große schwarze oder dunkelbraune Flecken und Punkte, die oft von orangefarbenen oder rötlichen Ringen eingefasst werden (aber ohne den hellen, silbrig-weißen Hof um die roten Punkte, wie bei der Bachforelle!). Damit ähnelt die Körperfärbung der Seeforelle eher der Färbung des Europäischen Lachses als der Bach- und Regenbogenforelle. Außerdem wird sie wesentlich größer und schwerer als die Bachforelle. Einzelne Exemplare können weit mehr als 1m Länge erreichen. Das maximale Endmaß liegt bei 1,4m und 30kg Gewicht!

 

Fortpflanzung der Seeforelle

Zur Laichzeit zwischen Oktober und Dezember steigt die Seeforelle in die Zuflüsse auf, wo sie mit ihren kräftigen Schwanzflossen große Laichgruppen in den kiesigen Untergrund schlägt. Pro kg Köpergewicht der Seeforellen-Weibchen können bis zu 2000 Eier abgelegt werden. Anschließend wird die Laichgruppe wieder mit Kies bedeckt. Die Jungfische bleiben bis zu 2 Jahre in diesen Fließgewässern, um dann in den See zu wechseln. Mit etwa 4 Jahren sind die Seeforellen geschlechtsreif. Alte Milchner haben einen markanten Unterkieferhaken ähnlich dem der Lachse – ein Merkmal, welches Bach- und Seeforelle fehlen.

 

Ernährung der Seeforelle

Die Seeforelle ernährt sich Anfangs zunächst von Wirbellosen und Insektenanflug, später macht sie auch auf andere Fische Jagd. Damit können sie unter anderen Edelfischen wie dem Seesaibling auch einigen wirtschaftlichen Schaden zufügen. Die Jungforellen halten sich eher in Ufernähe der Seen auf, die älteren Seeforellen hingegen eher in den tieferen Gewässerzonen. Daher unterschied man früher zwischen der Schwebforelle und der Grundforelle, weil man annahmen, es handelte sich um zwei verschiedene Arten. Da sie sich in machen Seen zum großen Teil von Crustaceen ernähren, färbt sich ihr Fleisch durch die mit den Kleinkrebsen aufgenommenen Karotinoide rosa. Solche Exemplare werden im Handel dann oft als Lachsforellen oder sogar als Seelachs angeboten. In jedem Fall ist die Seeforelle wegen ihres ausgezeichneten Fleisches ein geschätzter Speisefisch. Vom Verband Deutscher Sportfischer wurde die Bachforelle, zu deren Formenkreis bekanntlich auch die Seeforelle gehört, zum Fisch des Jahres 2013 gekürt.