Aal

Der Aal (Anguillus anguillus) kommt in den Zuflüsse des Weißen Meeres über Skandinavien bis Island und den Faröer Inseln, auf den Azoren und Kanaren, rund ums Mittelmeer und infolge von Besatzmaßnahmen auch in der Donau bis zum Schwarzen Meer vor.

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Körper des Aales
Der Aal hat einen schlangenartigen verlängerten Körper mit einer schleimigen Haut, in die winzige kleine Schuppen eingebettet sind. Die Rückenflosse, sowie die Schwanz- und die Afterflosse sind zu einem einzigen durchgehenden Flossensaum verschmolzen. Ansonsten hat der Aal nur ein paar Brustflossen, während die Bauchflossen völlig fehlen. Beim sogenannten Gelbaal ist der Rücken olivbraun bis graubraun gefärbt, die Bauchseite dagegen gelblich gefärbt. Geschlechtsreife Aale, sogenannte Blankaale, haben dagegen einen dunkel grün-grau gefärbten Rücken, silbrig glänzende Flanken und eine ebenso silbrig glänzende  Bauchseite. Weibliche Aale können eine Länge von 150cm erreichen, die Männchen werden allerdings nur knapp 50cm groß.

 

Lebensraum und Fortpflanzung

Der Europäische Aal ist ein katadromer Wanderfisch, der zum Laichen die Flüsse stromab ins Meer zieht (im Gegensatz zum anadromen Lachs, der sich seine Laichplätze stromauf sucht). Nachdem er sich bis zu zehn Jahre als Gelbaal in den Binnengewässern aufgehalten hat, wandert er im Spätsommer stromabwärts zu seinen in großen Tiefen gelegenen Laichplätzen in der Sargassosee vor der nordamerikanischen Küste. Bis die ausgewachsenen Aale die Sargassosee erreichen, können anderthalb Jahre vergehen. Nach dem Ablaichen sterben die Elterntiere ab. Die völlig durchsichtige, nach ihrer Körperform auch Weidenblattlarve genannte Fischbrut zieht mit dem Golfstorm ostwärts, wo sie erst nach 3 Jahren als Glasaal die europäischen Küsten erreicht. Dort versuchen sie als Steigaale die Flüsse stromauf zu ziehen. Dieses in der Fischwelt einmalige Wanderverhalten geht wahrscheinlich bis auf die Frühzeit zurück, bevor der atlantische Rücken die beiden Kontinente Nordamerika und Europa auseinander drängte und die Sargassosee noch ein Binnensee war. Mit den auseinander treibenden Kontinenten und dem sich allmählichen ausbreitenden Atlantik hat sich dann auch ihr Wandergebiet entsprechend immer weiter ausgedehnt. Allerdings ist dieser Zyklus des Aals mehrfach unterbrochen. Durch Wehre und Staustufen werden die Steigaale am Aufsteigen in die Flüsse und die Blankaale beim Abwandern Richtung Meer gehindert. Fischtreppen eignen sich kaum zum Umgehen dieser Hindernisse. Die massenweise in den Turbinen der Wasserkraftwerke verletzten bis völlig zerstückelten Aale sind dafür ein grausames Zeichen. Man versucht einen Teil der Glasaale in den Flussmündungen abzufangen, in Zuchtanlagen vorzustrecken und dann in die Binnengewässer auszusetzen. Durch solche Besatzmaßnahmen wird die Bilanz von Zu- und Abwanderung einigermaßen ausgeglichen. Trotzdem nehmen die Aalbestände im Bodensee und anderen Binnengewässern weiter ab. Daher sind Besatzungsmaßnahmen notwendig. Neben den genannten Aufstiegshindernissen trägt vermutlich der Schadstoffeintrag aus abwasserbelasteten Zuflüssen dazu bei, dass die Fertilität der Aalweibchen von Generation zu Generation abnimmt. Außerdem werden die meisten der in den Küstengewässern gefangenen Glasaale inzwischen weltweit als gewinnbringende Delikatesse vermarktet, statt sie für Besatzmaßnahmen zu nutzen.

 

Breitkopfaal oder Spitzkopfaal

Beim ausgewachsenen Aal kann man zwischen dem Breitkopf-Aal und dem Spitzkopf-Aal unterscheiden. Spitzkopf-Aale ernähren sich ausschließlich von Kleintiere, Breitkopfaale leben dagegen räuberisch und erbeuten Fische, Krebse, Wasserschnecken und Muscheln.
Der Europäische Aal ist bei Sportanglern als Zielfisch beleibt. 2009 wurde er zum Fisch des Jahres gekürt. Das Aalblut ist im Rohzustand giftig und wirkt hämolytisch, es zerstört die Blutgefäße. Gekocht oder heiß geräuchert zersetzt sich allerdings das giftige Eiweiß durch die Hitzeeinwirkung.